Besser schlafen im Hotelbett – Die 5 Sinne Ihrer Gäste

Irgendwann funktioniert selbst Schäfchenzählen nicht mehr. Besonders Geschäftsreisende haben es nach langen und stressigen Tagen schwer, in ungewohnten Betten gut zu schlafen. Kleiner Tipp: mit einer Rückbesinnung auf die fünf Sinne des Menschen schaffen Hoteliers Abhilfe.

Text: Laura Myers // FOTOS: iStock

Wer sich nach einem langen Tag mit Meetings oder Messeterminen schlaflos im Bett wälzt, dürfte nicht überrascht sein: Eine Studie hat jetzt ergeben, dass Schlaf der wichtigste beeinflussende Faktor bei Geschäftsreisen ist. Für die 2018 veröffentlichte Studie „Achieving Better Business Travel Results: Insights from U.S. Road Warriors“ wurden 742 Geschäftsreisende in den USA befragt, was ihnen am meisten helfen würde, um einen Business Trip zu verbessern: 34 Prozent führten „besseren Schlaf“ an, 30 Prozent nannten bessere Sitze auf Langstreckenflügen und 26 Prozent den Aufenthalt in höherwertigen Hotels.

Tasten: Streicheleinheiten für den Körper

Haben Sie schon einmal versucht, auf einer abgenutzten, durchhängenden Matratze zu schlafen, sind dabei immer wieder in die Mitte gerollt, haben aber doch nie die richtige Position gefunden, um die Nacht zu überstehen? Solche Nächte erschöpfen und frustrieren Ihre Gäste. Die Investition in hochwertige Matratzen ist der Schlüssel zum ruhigen Schlaf. Viele Hotels bieten Kissenmenüs für ihre Gäste an, einige stellen sogar ein mikrowellentaugliches Gelly-Roll-Kissen zur Verfügung, für den steifen Nacken nach einem langen Flug. Weiche, neuwertige Bettlaken schmiegen sich an Körper und verschaffen eine zusätzliche positive sensorische Erfahrung. Die meisten Menschen schlafen bequemer in kühleren Räumen. Klar, dass individuell steuerbare Raumtemperatur unerlässlich sein dürfte.

Sehen: Dunkles Zimmer, gute Nachtruhe

Helle Räume fördern das Wachsein und sind deshalb nicht wirklich schlaffördernd. Verdunkelungsvorhänge oder Jalousien sind wohl der Faktor, der Ihren Gästen am besten beim Einschlafen helfen kann. Dieser Meinung ist auch Lichtforscher Oliver Stefani von der Universität Basel: „Hoteliers können Schlaf unterstützen, indem sie eine optimierte Lichtsituation schaffen, die die Blauanteile des Lichts und die Intensität des Lichts am Abend reduziert. Leseleuchten neben dem Bett haben idealerweise ein sehr warmes Licht für eine beruhigende Wirkung. Wie ein Sonnenuntergang!“ Es gibt jedoch noch viele andere Möglichkeiten, Ihre Gäste zu entspannen. Einige Hotels bieten zum Beispiel Programme auf dem TV-Screen, die einen knisternden Kamin, ein Aquarium oder eine Naturkulisse zeigen. Nicht so schön wie in echt, aber dennoch: eine gemütliche, beruhigende Wirkung.

Hören: Pssst, bitte leise!

Nicht nur geräuschempfindliche Reisende wünschen sich ein ruhiges Zimmer. Die besten Möglichkeiten gibt es in höheren Stockwerken, weit weg von der Straße, oder von Aufzügen, knallenden Türen, Treppenhäusern, Eismaschinen und Haushaltsschränken. Achten Sie darauf, dass ihre Räume keine tropfenden Wasserhähne, lauten Klimaanlagen oder brummende Kühlschränke beherbergen, um die Lärmbelästigung zu reduzieren. Darüber hinaus tragen Schallschutzfenster und große, dicke Kopfteile am Bett dazu bei, Geräusche zu dämpfen.
Berufsfotograf Frank Bauer, der etwa 100 Nächte im Jahr in Hotels verbringt: „Ich muss oft vor Sonnenaufgang aufstehen, um am frühen Morgen Aufnahmen zu machen. Eine gute Nachtruhe ist da entscheidend, um zu funktionieren. Mir sind schallisolierte Türen und Fenster extrem wichtig.“ Auf dem raumeigenen Fernseher oder Soundsystem können Audio-Optionen vom weißen Rauschen bis zur Achtsamkeitsmeditation oder eine Schlafliederbibliothek installiert sein, die Ihren Gästen hilft, sich für die Nacht in eine entspannte Stimmung zu bringen. Tipps für kostenlose Schlaf-Apps wie White Noise Lite , Relax & Sleep Well oder Headspace helfen Gästen, nicht zu beseitigende Geräusche für einen erholsamen Schlaf „auszuschalten“.

Riechen: Lavendel regiert!

Natürlich muss Ihr Haus sauber sein, aber manchmal können die Gerüche der Reinigungsmittel anspruchsvolle Gästenasen überfordern. Badezimmer und Bettwäsche neigen dazu, die stärksten Gerüche zu haben. Angenehme neutrale chlorfreie oder aber dezent duftende Reinigungsmittel können helfen, lästige Gerüche zu übertönen. Der Turndown-Service kann auch zum Beispiel Lavendel-Aromatherapie-Sprays auf dem Bett und den Kissen beinhalten. Wichtig: Halten Sie hypoallergene Kissen und Bettwäsche für Gäste mit Allergien auf Lager.

Schmecken: Beruhigend für den Gaumen

Oft nehmen Geschäftsreisende an Abendveranstaltungen mit Cocktails und schwerem Essen teil. Wenn sie in ihr Zimmer zurückkehren, brauchen sie etwas zum Entspannen. Bieten Sie anstelle von alkoholischen Getränken in der Lobby oder im Gästezimmer einen abendlichen Snackkorb an. Beruhigende Tees wie Kamille, Passionsblume, Pfefferminze oder Baldrian sind gut für Schlaf und Verdauung. Ziehen Sie auch schlaffördernde Lebensmittel wie Mandeln, Bananen, Kiwi, Käse, Joghurt und Milch (vorzugsweise warm) in Erwägung. Und vergessen Sie nicht, ein Paar Ohrstöpsel und eine Augenmaske zur Verfügung zu stellen, damit Ihre Gäste sich von ihrer Umwelt abschotten können, sollten sie das wünschen.

Klar, die meisten Geschäftsreisenden wären lieber zu Hause als auf Reisen. Doch mit geringem Aufwand können Hoteliers die Aufenthalte angenehmer gestalten und Business Traveler ein klein wenig an zuhause erinnern. Respekt, Freundlichkeit und die Berücksichtigung der Tipps rund um die fünf Sinne werden Ihren Gast während des gesamten Besuchs leichter schlafen lassen. Klar, dass sich die Zufriedenheit ausgeruhter Gäste dann auch auf künftige Buchungen und Weiterempfehlungen auswirkt.

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