Band im Hotel

‚,Schön, gut, sauber“

Bequeme Betten, Absacker an der Bar, Frühstück im Zimmer, Late Check-out – Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss wollen sich nach anstrengenden Tagen in Hotels wohlfühlen.

text: Antoinette Schmelter-Kaiser   //  photography: istock

The BossHoss wurde 2004 gegründet. Seither hat die Band acht Alben veröffentlicht – zuletzt Ende Oktober 2018 „Black is Beautiful“ – und geht regelmäßig auf Tour; die nächste führt vom 16.3. bis 6.4.2019 nach Leipzig, Hamburg, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Wien, München, Zürich, Oberhausen und Berlin. Markenzeichen von The BossHoss ist ein Musikmix aus Rock, Country und Blues sowie ihr Styling mit Jeans, weißen Ripp-Unterhemden, Cowboystiefeln, Stetsons und Sonnenbrillen. Noch bekannter wurden Alec Völkel alias Boss Burns und Sascha Vollmer alias Hoss Power als Jury-Mitglieder von „The Voice of Germany“ und Gastgeber bei „Sing meinen Song“. Ab Winter 2018/2019 sind sie Coaches bei „The Voice Senior“.

Sie sind seit 14 Jahren im Musikgeschäft, haben gerade Ihr achtes Album veröffentlicht und Hunderte von Konzerten gegeben. Haben Sie trotzdem noch Spaß am Unterwegssein?

Wir machen unseren Job auch, weil wir gerne vor Publikum auf der Bühne stehen. Insofern scharren wir jetzt schon mit den Hufen und freuen uns, ab März wieder live zu spielen. Während einer Tournee fahren wir oft alle zusammen mit einem Nightliner von einer Stadt zur nächsten. Das sorgt für eine tolle Dynamik. Von Bar über Küche bis zu Stockbetten ist in einem solchen Tourbus alles mit an Bord, allerdings auf engstem Raum. Abgesehen davon haben wir auch Promotion-Termine, geben Interviews, müssen zu Filmaufnahmen. Wenn möglich, fahren oder fliegen wir in solchen Fällen abends wieder nach Hause zurück.

Wenn Sie in Hotels übernachten: Was ist Ihnen dort wichtig?

Nach Auftritten kann man nicht einfach den Schalter umlegen und sofort schlafen. Insofern freuen wir uns, wenn wir nach Mitternacht in der Bar noch einen Absacker bekommen oder etwas zu essen außer Nüssen. Es kommt auch vor, dass einer von uns dann noch in die Sauna möchte oder ins Schwimmbad. Hotels auf einem gewissen Niveau sollten so etwas möglich machen. Diese Art von Sonderbehandlung fordern wir aber nicht ein, sondern bekommen sie in der Regel genauso wie einen Eintrag ins Gästebuch angeboten. Spezielle Wünsche klärt unser Tourmanager im Vorfeld ab. Der übernimmt meist auch das Einchecken für uns.

Worauf legen Sie Wert in Ihrem Zimmer?

Nur weil wir Rock ’n’ Roller sind, schlafen wir nicht auf Pritschen. Nach einem anstrengenden Tag brauchen wir bequeme Betten. Und eine Klimaanlage oder Beleuchtungssysteme, die man problemlos bedienen kann, statt eine halbe Stunde mühsam rumzuprobieren. Ideal ist es, wenn man Frühstück ins Zimmer bestellen kann, damit man nicht auf die üblichen Zeiten im Restaurant festgelegt ist. Falls wir früh wegmüssen, sollte das Auschecken schnell und unkompliziert klappen. Und wenn es erst nachmittags weitergeht, ist ein Late Check-out angenehmer, als um 11 Uhr mit der Tasche in der Lobby stehen zu müssen.

Bei Bands wie Ihrer denkt man automatisch an das Klischee von Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll. Wie reagieren Hoteliers, wenn bei Ihnen mal etwas zu Bruch geht?

Wir wissen uns zu benehmen, haben noch nie ein Zimmer zerlegt. Als man dort noch rauchen durfte, kam vielleicht mal ein Brandloch im Bettbezug vor. Aber dafür gibt es Versicherungen.

Welchen Rahmen brauchen Sie für Interviews im Hotel?

Da gibt es meist genug Möglichkeiten: das Restaurant außerhalb der Öffnungszeiten, kleine Konferenzräume oder ein Zimmer, das man inklusive Getränkeservice für einige Stunden mietet.

Achten Sie auf die Anzahl der Sterne eines Hotels?

Es müssen nicht fünf sein. Wesentlicher ist, dass ein Hotel schön, gut und sauber ist, wir uns dort wohlfühlen. In den USA haben wir wegen der besonderen Atmosphäre auch schon in Motels übernachtet. Im Ausland backen wir kleinere Brötchen, weil da niemand hohe Kosten übernimmt.

Eine Ausnahme war das südafrikanische Resort, in dem „Sing meinen Song“ produziert wurde.

Ja, das lag traumhaft; jeder hatte dort während unseres Aufenthalts ein eigenes kleines Zuhause. Weil die ganze Anlage angemietet wurde, waren wir als Team immer unter uns und wurden komplett umsorgt – eine sehr spezielle Situation.

Bleiben Sie in Hotels am liebsten unerkannt?

Wenn wir mit der Familie unterwegs sind, ist uns Privatsphäre wichtig. Ansonsten haben wir kein Problem damit, erkannt zu werden. Will jemand ein Autogramm oder Foto, ist das okay. Falls wir es eilig haben, übernimmt unser Manager die Rolle des Bad Cop und wimmelt Fans freundlich ab.

 

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