Die Bedeutung von Hotelfotos

Bilder sagen mehr als Worte

Auch ein Aufenthalt in einem Hotel ist ein Produkt und braucht deshalb die gleiche Verkaufsstrategie. Die beinhaltet heute, mehr denn je, Bilder statt Worte.

text: Agnieszka Hreczuk   //  photography: istock

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Bilder uns stärker ansprechen als Text. Wir erinnern uns um 30 Prozent besser an Informationen, wenn sie durch visuelle Effekte unterstützt werden. Wir verstehen und speichern visuelle Reize besser und schneller als Worte: Ersteres akzeptieren wir intuitiv, das Lesen mussten wir mühevoll erlernen. Bilder haben einen stärkeren Einfluss auf unser Unterbewusstsein und unsere Emotionen. Studien zeigten, dass eher sie es sind als der Verstand, die die Entscheidungen der meisten von uns beeinflussen.

Der Effekt tritt auch bei der Wahl eines Hotels auf. Kennt der Gast ein bestimmtes Hotel bereits, zählen seine bisherige Verbundenheit und seine Erinnerungen bei der Entscheidung, ob er wiederkommt. Kennt er das Hotel nicht, zählt der erste Eindruck – und der entsteht auch im Internet durch Bilder. Neben dem Preis und den grundlegenden Dienstleistungen und Services (Wi-Fi, Frühstück und Parkplatz) beeinflussen Fotos und andere Abbildungen die Entscheidung der Gäste maßgeblich. Bilder sind auch für potenzielle Gäste verständlich, die die Sprache, in der das Objekt beschrieben wird, nicht oder nur schlecht verstehen. Die Erfahrungen in Hotelportalen zeigen, dass ein gutes Bild das Interesse von Kunden stark anregt. Die Betonung liegt dabei auf „gute“ Bilder, nicht irgendwelche.

Bilder zeigen Freude und Komfort

Bei Hotels, die ansonsten den gleichen Standard bieten, können Bilder ein entscheidendes Argument sein. Bilder von einem Frühstücksbuffet, farbenfrohe Früchte, eine Vielzahl von Wurstwaren und Käse, Gäste, die an gedeckten Tischen essen, oder ein lächelnder Küchenchef bei der Arbeit haben einen besseren Einfluss auf die Vorstellungskraft als der Satz „Frühstück inklusive“.

Auch für Parkplätze wirbt ein Bild eines gut beleuchteten oder beschatteten Parkplatzes mit großen Stellplätzen besser als der Hinweis „Parkplätze für Gäste verfügbar“. Generell gilt: Bilder mit Menschen – ob zufriedene Gäste oder freundliche Mitarbeiter – sind überzeugender als Bilder von leeren Räumen. Menschliche Gesichter zeigen Emotionen; ein leerer Flur, eine leere Küche oder ein leeres Esszimmer kann den Eindruck erwecken, dass das Hotel nicht besucht wird.

Die Fotos sollten alle Räume möglichst breit und aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen. Sie können die Größe und Funktionalität der Räume, ihre Sauberkeit und ihr gepflegtes Aussehen zeigen. Allerdings ist es besser, extravagante Aufnahmen von oben oder unten zu vermeiden (sogenannte Vogel- oder Froschperspektiven), die das fotografierte Objekt verformen.

Ein Hotelaufenthalt soll schließlich mit Abwechslung vom Alltag sowie mit Entspannung und Erholung verbunden sein und etwas Besonderes bedeuten, auch wenn er eine Geschäftsreise und kein Urlaub ist. Deshalb sind Bilder von einem Spa-Bereich, Schwimmbad, einer Sauna, dem Fitnessstudio, Whirlpool oder auch – falls es das im Hotel nicht gibt – einem schönen Bad wichtig.

Wichtig sind zudem Bilder der Umgebung, nicht nur der Räumlichkeiten. Dabei geht es sowohl um romantische oder interessante Aussichten aus dem Fenster – einen See, ein Schloss oder eine Touristenattraktion – als auch um praktische Motive der Umgebung: etwa ein Bild, das die Nähe zum Bahnhof zeigt. Diese Bilder sollten jedoch das Hotel selbst zeigen und keine Objekte, die der Gast vom Hotel aus nicht sehen kann. Dann fühlt er sich betrogen. Wenn, dann sollten Bilder von Sehenswertem in der Nachbarschaft deutlich von den Bildern des Hotels getrennt und entsprechend beschrieben werden.

 

Details sind sehr wichtig

Bilder von Räumen sind die Basis, doch auch Details sind wichtig. Vor allem solche, die den Hotelgästen das Leben erleichtern: zusätzliche Steckdosen, Schalter und Details von Accessoires (Lampen, Trockner, Bademäntel und Kühlschränke), aber auch solche, die schöne Assoziationen hervorrufen: farbenfrohe Details, weiche Handtücher und eine Auswahl an entspannender Bade- und Pflegekosmetik. Kleine Dinge können für den Gast manchmal mehr bedeuten, vor allem solche, die im Text schwer zu beschreiben sind, weil es um Gefühle wie Geborgenheit und Behaglichkeit geht. So kann z. B. die Art der Zubereitung von Kosmetika (Öko-Kosmetik) für viele Gäste wichtig sein. Diese Informationen lassen sich leicht abbilden. Dabei ist auf eine gute Ausleuchtung und eine realistische Widergabe der jeweiligen Motive zu achten (wenn das Handtuch weich ist, sollte es auf dem Bild auch so aussehen).

Bei den Bildern auf Professionalität Wert legen

Heutzutage liefern selbst gute Smartphone-Kameras technisch gute Bilder. Das verführt viele Hotel-Manager und –Besitzer dazu, selbst Bilder zu machen, um ihr Hotel zu bewerben. Das ist ein großer Fehler. Denn das professionelle Auge zählt. Gute Bilder sind eine langfristige Investition, zumal, wenn sie das Markenzeichen des Hotels sein sollen. Unprofessionelle Beleuchtung lässt Räume zudem optisch älter und grauer wirken; eine schlechte Aufnahme reduziert den Raum, verzerrt die Proportionen, neigt die Wände und spiegelt nicht wirklich die Ergebnisse der zeitaufwendigen und kostspieligen Gestaltung des Hotels wider. Und diese war letztlich wesentlich teurer als die Beauftragung eines professionellen Fotografen. Entsprechende Objektive, Reflektoren, Mischungen und Filter in geschickten Händen garantieren gute, attraktive und gleichzeitig reale Bilder.

Die Versuchung, Photoshop zu nutzen und so eigenständig aufgenommene Bilder zu verbessern, zeigt oft verheerende Ergebnisse. Weder durch Zuschneiden noch durch Korrekturen bei Farbe oder Helligkeit erreicht man Verbesserungen. Diese führen im Gegenteil leicht zu unnatürlichen Effekten. Bereits beim Fotografieren versucht der Profi-Fotograf, das richtige Verhältnis von Weißgrad, Farben und Belichtung zu erreichen; er kann mögliche Fehler mit geeigneten Grafikprogrammen auf einem gut kalibrierten Monitor korrigieren.

Standardmäßig sollten Bilder im Querformat aufgenommen und vor der Veröffentlichung im Internet komprimiert werden. Das Herunterladen großer Bilder auf mobile Geräte dauert lange, was den Kunden davon abhalten kann, sie zu betrachten. Im Gegensatz zu Bildern, die für den Druck bestimmt sind (z. B. Anzeigen oder Banner), spielt bei Bildern, die für die Präsentation im Internet bestimmt sind, deren Auflösung (dpi) keine Rolle. Die Auflösung von 72 dpi ist ausreichend, mit einer Bildbreite von bis zu 1200 Pixel – einige Agenturen setzen die Obergrenze sogar bei 1000 Pixel Breite. Das komprimierte Bild dieser Größe sollte weniger als 1 MB groß sein.

Checkliste:

• Für die Veröffentlichung von Bildern im Internet reicht eine Auflösung von 72 dpi und eine Breite von bis zu 1200 Pixeln aus.

• Die Aufnahmen sollten im Querformat erfolgen.

• Die Veröffentlichung von Bildern mit sichtbaren Personen bedarf der Zustimmung dieser Personen.

• Detailaufnahmen sind für die Gesamtpräsentation wichtig.

 

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