Einfach stilvoll

Neue Lobby – neues Hotel

Mit Sinn für Stil können Sie Ihren Gästen die Ankunft in Ihrem Hotel nicht nur angenehm verschönern, sondern auch in Sachen Behaglichkeit und Atmosphäre punkten. Die Lobby entsprechend zu verschönern, ist gar nicht schwer.

text: Laura Myers, Stefan Wagner  //  photography: istock

Wir alle kennen das: Man öffnet die Tür, blickt in grelle Leuchtstoffröhren, der Hall des Handgepäck-Trolleys schallt von den Wänden und ein Hauch von Chlor liegt in der Luft. Hinter der Theke starrt ein erschöpfter Hotelangestellter auf den Computer. Man wartet geduldig und sehnt sich nach Freundlichkeit und Behaglichkeit.

Dabei könnte es so einfach ganz anders sein …

Hinter der Eingangstür sind gedämpfte Musik, Lachen und Konversation zu hören, während ein warmer, holziger Duft die Luft erfüllt. Einige Gäste entspannen sich in ruhigen Ecken bei einem Milchkaffee und gehen dabei ihre Anrufe durch oder arbeiten am Laptop; andere plaudern miteinander, während sie einen Snack knabbern.

Oft sind es die kleinen Dinge, die alles verändern. Die Frage ist nur: Welche und in was für einer Kombination? Wodurch verändert sich der erste Eindruck des Gastes? Bob Kraemer, Mitbegründer der Kraemer Design Gruppe, eines Hotel- und Innenarchitekturbüros in Detroit, sagt, dass „jedes Hotel sein individuelles Willkommensgefühl schaffen muss, um einladend und behaglich zu wirken“. Dazu gehört für ihn zuerst einmal, dass ein Hotel optisch sauber sein sollte und keine abgenutzten oder schmutzigen Möbel haben darf. Zudem ist es seiner Ansicht nach zielführend, eine Kombination aus weichen und harten Oberflächen zu kombinieren – etwa Kissen und Stoffbezüge zu Holz oder Metall. Ausreichend Anschlüsse für die unterschiedlichen technischen Geräte der Gäste sollten vorhanden und dazu gut im gesamten Hotel verteilt sein.

Diese sechs Bereiche beleben Ihr Hotel :

Vielseitige Möblierung

Ihre Lobby ist der erste visuelle Eindruck für einen Gast. Hier kann man mit unterschiedlichen Zonen punkten. Professor Stephani Robson von der Cornell School of Hotel Administration ist Experte für Konsumentenverhalten und Hoteldesign. Er empfiehlt „die Verwendung einer Vielzahl von verschiedenen Sitzgelegenheiten“, damit jeder Gast sich das Passende aussuchen kann. „Vorteilhaft sind moderne Einrichtungsgegenstände, die keinen Staub ansammeln und weiche und harte Elemente kombinieren“, z.B. Sofa-Elemente mit Stühlen. Beistelltische und Vitrinen sind nützliche Ablageflächen für Gäste, die einen Snack einnehmen oder sich bei einem Getränk austauschen. Vergessen Sie nicht, ausreichend Anschlüsse zum Aufladen der Technik bereitzustellen. Dies schafft eine einladende, ungezwungene Atmosphäre, die es Ihren Gästen ermöglicht, auch etwas Arbeit zu erledigen.

Atmosphäre dank Kunst und Kultur

Dekorieren Sie die Wände idealerweise mit lokalen Kunstwerken – egal ob Fotos oder in Form von Bildern oder Objekten von lokalen Künstlern. Die Bilder oder Wandmalereien können gerne die Sehenswürdigkeiten oder kulturellen Ereignisse vor Ort zeigen. Einige Boutique-Hotels haben wechselnde Kunstausstellungen oder Graffiti in ihren Lobbys. Innenarchitekt Kraemer hält zudem Geschenkeläden im Hotel, in denen Kleinkunst oder Reiseführer und Postkarten angeboten werden, für eine gute Gelegenheit, um eine einladende Atmosphäre zu schaffen.

Beschwerden von Gästen:

65 %

Lärm von anderen Gästen

53 %

unangenehme Gerüche

27 %

zu wenig Steckdosen

Mit Farben punkten

Farbe ist ein wunderbares Instrument der Innenarchitektur. „Farbe ist zudem preisgünstig“, erklärt Kraemer. Helle Farben erzeugen eine luftige und großzügige Atmosphäre. Dunkle Farben schaffen Raffinesse und Intimität. Die Wahl einer Farbgebung für die Lobby hat unmittelbare Auswirkungen. Rot wirkt anregend und kommunikativ und wird hier deshalb gerne gewählt. Professor Robson rät: „Kombinieren Sie abgetönte Farben und Naturtöne mit einer plakativen, auffälligen Farbe an einer prominenten Wand.“

Warme Beleuchtung wählen

Ersetzen Sie grelle Leuchtstofflampen dort, wo es Sinn macht. Eine helle Beleuchtung vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Immer mehr Hotels nutzen jedoch eine Vielzahl von Leuchtmitteln und Leuchten, um auch eine heimelige Atmosphäre zu schaffen. Tisch-, Wand- und Hängeleuchten mit auffälligem Design beleben die Umgebung, auch wenn sie nicht angeschaltet sind.

Ambiente durch Akustik und Musik

Der Ton macht auch in der Lobby die Musik: Unangenehme oder laute Geräusche müssen sich hier schnell verflüchtigen. Die Akustik kann aufgrund des Halls in einem großen, hohen Raum aber ein Problem darstellen. Die Verwendung von Textilien wie Kissen, Vorhängen und Teppichen sowie der Einsatz von Akustikplatten und Dekogegenständen absorbiert Schall. Dichte, harte Gegenstände wie Beton, Glas oder Stahl reflektieren und streuen den Schall. Für jeden Raum gibt es eine individuell passende Mischung aus beidem, damit die Gäste sich wohlfühlen. Musik beeinflusst die Emotionen. Es ist sinnvoll, rund um die Uhr stimmungsvolle Hintergrund-Klänge zu erzeugen. Diese sollten zu dem Stil Ihres Hotels und zu Ihren Gästen passen. Damit das so ist, gibt es professionelle Soundtrack-Studios.

Ein guter Duft liegt in der Luft

Düfte beeinflussen unsere Wahrnehmung. Von unseren fünf Sinnen ist der Duft am stärksten mit Erinnerungen und Emotionen verbunden. Verschiedene Düfte lösen unterschiedliche Gefühle aus. „Ein angenehmer, leichter, erdiger Geruch kann dazu führen, dass ein Gast länger verweilt und wiederkommt“, sagt Farah Abassi, Gründerin von Aroma360, einem Duftmarketingunternehmen mit Sitz in New York City. Man kann einen fertigen Duft nutzen oder sich seinen eigenen Duft kreieren lassen. Abassi sagt: „Die Kreation eines solchen Duftes sollte die Identität und die Ziele eines Hotels widerspiegeln.“ Duft-Diffusoren nutzen das sogenannte HVAC-System, um den ausgewählten Duft gleichmäßig im Hotel zu verteilen.

Checkliste für die Umgestaltung:

1. Betrachten Sie Ihr Hotel kritisch – wie ein Gast.
2. Die Identität des Hotels ist die Richtschnur.
3. Sauber und glänzend sollte das Endergebnis sein.
4. Freundlich und entspannt ist das Ziel bei der Atmosphäre.

 

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